München ist grundsätzlich schon ziemlich toll, kann aber, wenn der Herbst an den Winter grenzt, auch ganzschön eklig grau und kalt werden. So fassten ein paar Freundinnen und ich einen sehr weisen Entschluss: Wir wollten Sonne tanken! So schnell wie möglich! Spontan fanden wir einen günstigen Flug nach Palma de Mallorca – der Girlstrip konnte beginnen!

Mallorca an sich hat ja dank des Ballermann-Hypes einen eher zwiespältigen Ruf. Immer mehr meiner Freunde und Bekannten waren aber in letzter Zeit auf die sonnige Balearen-Insel geflogen und kamen stets begeistert zurück. Wer keine Lust auf Atzen-Party hat kann seine Vorurteile also problemlos über Bord werfen. Mallorca hat weitaus mehr zu bieten und ist Ziel von Naturliebhabern, Sonnenanbetern und Outdoor-Sportlern.

Als Basis für unseren Mädels-Ausflug wählten wir ein Stadt-Hotel im Zentrum von Palma de Mallorca. Der Flughafen ist nicht weit von der Innenstadt entfernt. Das Hotel HM Jaime III war hinsichtlich der Einrichtung ein bisschen spooky, aber von hier aus konnten wir zu Fuß super schnell in die Altstadt, an den Hafen oder auch in das In-Viertel um den Santa-Catalina-Markt spazieren. Auch ganz praktisch: Gleich neben dem Hotel war die großartige Bar Ginbo. Wie der Name verrät gibt es hier eine riesige Gin-Auswahl, zudem sehr köstliche Cocktails und ein interessantes Publikum (haben dort Doppelgänger von Prince, Clark Kent alias Superman und Albert Einstein gesehen!).

Tapas, Tapas, Tapas!

Da wir erst abends in Palma landeten checkten wir nur schnell in unserem Hotel ein und machten uns dann sofort auf den Weg in ein gutes Tapas Restaurant. Wir hatten netterweise ein paar Tipps von Einheimischen bekommen und stellten fest, dass wir Glückspilze nur wenige Meter von einem der empfohlenen Restaurants entfernt waren! Bei Los Rafaeles gibt es wirklich leckere Tapas. Wir stellten uns in dem typisch mallorquinischen Lokal eine Auswahl spanischer Köstlichkeiten zusammen. Natürlich durfte auch jede Menge Aioli nicht fehlen… Good to know: Es erwartet einen hier kein stylisches Szenelokal, aber das Essen ist dafür unfassbar gut!

Am nächsten Tag machten wir uns direkt auf zum Busbahnhof. Für kleines Geld kann man mit dem Bus über die Insel düsen. Wir entschieden uns für einen Tagesausflug nach Port de Sóller. Der kleine Küstenort ist malerisch und absolut sehenswert. Wir genossen die Meeresbrise in der Sonne mit Sangria, bevor wir mit der historischen Tram weiter nach Sóller fuhren. Das Bergdorf ist bekannt für seine Orangenplantagen, die wir bereits auf der Fahrt sehen konnten. November ist Erntezeit, so dass die Bäume mit reifen Früchten behangen waren.

Zeit für eine Kaffeepause! In Spanien gibt es eine herrliche Kaffee-Köstlichkeit namens Café Bombón. Sie besteht ganz einfach aus einem kleinen bisschen süßer Kondensmilch und einem Espresso und ist zweifelsohne eine grandiose Erfindung. Dazu gab ein es süßes Gebäck, das typisch für Mallorca und theoretisch nur hier zu haben ist: Ensaimada de Mallorca! Urlaub ist einfach toll.

Mallorca in der Nebensaison

Zurück nach Palma fuhren wir nicht mit dem Express-Bus sondern entlang der Küstenstraße, um noch kurz im Bergdorf Deià halt zu machen. So schön die Aussicht unterwegs auch ist, die Fahrt hat es in sich! Angekommen bemerkten wir, dass aus dem „kurz“ ein „etwas länger“ werden würde, da der nächste Bus uns erst wieder in drei Stunden holen würde. Vor einem Haus verkaufte eine Frau frisch gepressten Orangensaft, den wir uns nicht entgehen lassen konnten. Ansonsten war das kleine Dörfchen jetzt in der Nebensaison wie ausgestorben. Dank Google fanden wir aber ein geöffnetes Restaurant, in dem wir als einzige Gäste dinieren konnten. Auf jeden Fall ein kleines Abenteuer!

In Palma empfiehlt sich ein Besuch der Kathedrale der heiligen Maria mit ihren leuchtend bunten Glasfenstern und Dekorationsarbeiten von Antoni Gaudi. Für eine schöne Aussicht lohnt sich der Aufstieg zu der Festung Castell de Bellver (ein bisschen Bewegung tut nach dem ganzen spanischen Essen auch mal gut). Sonntags ist hier übrigens freier Eintritt! Ansonsten ließen wir es ganz gemütlich angehen, bummelten durch die Gassen der Altstadt und zum Stadtstrand. Das Wichtigste: Immer wieder Pausen machen und die Sonne genießen!

Mein Fazit:

Palma de Mallorca ist sicherlich kein Barcelona oder Lissabon. Aber für einen kurzen Mädels-Trip absolut ok, wenn es ein günstiges Flugangebot gibt! Hier kann man es sich gut gehen lassen, shoppen und die Sonne genießen. Am besten hat mir aber unser Ausflug nach Port de Sóller gefallen, bei dem ich auch einen Eindruck von der wunderschönen Natur der Insel gewinnen konnte. Und das spanische Essen! Unser kulinarisches Highlight war ganz sicher die Paella am letzten Abend im Restaurante Ca n’Eduardo mit Blick auf den Hafen und die beleuchtete Kathedrale – ein absoluter Geheimtipp!