Eine der schönsten Wanderungen dieses Jahr führte mich zum Königssee in Berchtesgaden. Mit dem Auto braucht man von München etwa zwei Stunden, bis man den Parkplatz an der Jennerbahn erreicht. Diese geht es aber nicht hinauf! Unser Ziel war das Kärlingerhaus und dieses erreicht man nicht über die Gondelbahn, nur mit eigener Muskelkraft (und davon braucht man jede Menge). Die Gesamtdauer der Wanderung beträgt etwa sechs Stunden.

WANDERLUST: AB IN DIE NATUR

Startpunkt der Wanderung ist der idyllische Ort St. Bartholomä, am anderen Ufer des Königssees. Um dorthin zu gelangen muss man sich also erst einmal ein Ticket für die kleine Fähre kaufen. Man sollte schauen, dass man eines der ersten Schiffe erwischt und stets den Fahrplan im Auge behalten, denn die letzte Fähre zurück geht am Abend je nach Saison schon relativ früh. Wir hatten Glück und konnten die letzten zwei Plätze der ersten Fähre ergattern. Über dem See lag zu dieser frühen Tageszeit noch dichter Nebel, so dass unser Boot langsam und ruhig durch den weißen Dunst dahinglitt. Auf halber Strecke hielten wir an und der Fährmann überraschte uns mit einem kurzen Trompetenkonzert. Das Besondere: Die Klänge der Trompete kamen als Echo von den Bergwänden zurück!

WILLKOMMEN IN SPIDERTOWN

In St. Bartholomö angekommen findet man dank der guten Beschilderung sofort den richtigen Weg. Dieser führt zunächst flach am Ufer des Sees entlang, vorbei an wildwachsenden Wiesen, bedeckt mit Tau und voller Spinnennetze. So viele Spinnennetze habe ich noch nie an einem Ort gesehen! Hier entlang zu spazieren war aber ganz und gar nicht unangenehm, im Gegenteil: Als sich der Nebel durch die ersten Sonnenstrahlen langsam lichtete hatte diese eindrucksvolle Naturkulisse für mich schon fast etwas Magisches. Nach einiger Zeit muss man sich vom Anblick des wunderschönen Bergsees erst einmal verabschieden, der Weg wird steiler und man wandert durch bewaldete Hänge immer weiter bergauf.

AUFI AUFN BERG

Der Anstieg zum Kärlingerhaus dauert zwei bis drei Stunden. Die Wanderung führt durch zauberhafte Wälder, vorbei an im Sonnenlicht glitzernden Bächen und Wasserfällen. Die Pflanzenwelt ist beeindruckend: So haben wir zum Beispiel eine Lichtung gesehen, die mit wilder Pfefferminze bewachsen war! In der zweiten Hälfte der Wanderung wird es echt ganz schön steil, aber man wird immer wieder mit einem tollen Ausblick belohnt. Wenn man dann oben das Kärlingerhaus erreicht ist man aber trotzdem froh über eine erholsame Pause auf der bewirteten Alm mit Sicht auf den kleinen Funtensee und ein paar glücklich grasende Schafe. Hätte man mehr Zeit könnte man von hier aus weiter zum Steinernen Meer wandern. Das mussten wir uns aber leider für das nächste Mal aufheben!

BEZAUBERNDES BERGSEEPARADIES

Für den Abstieg braucht man aufgrund der steilen Wege und der verlockenden Aussichtsplätze fast genauso lange wie für den Aufstieg. Wenn es die Temperaturen zulassen und man dran gedacht hat seine Badesachen in den Wanderrucksack zu packen, kann man wieder unten angekommen noch zur Belohnung in den klaren Königsee hüpfen. Es gibt hier so traumhafte Strandabschnitte, dass man sich dabei ertappt wie man sich heimlich wünscht die letzte Fähre zurück zu verpassen.